Mögliche Probleme beim Stillen

Ihre Heidi Seethaler, vom Milupa Eltern & Baby Service

Zwar geben Sie Ihrem Kind mit dem Stillen den bestmöglichen Start im Leben, doch wunde Brustwarzen und Milchstau können Ihnen manchmal das Leben schwer machen! Kein Grund zum Aufgeben: Mit ein bisschen Hilfe und Übung kriegen Sie diese Probleme in den Griff. Wenden Sie sich also an Ihre Hebamme oder Stillberaterin und lassen Sie sich sachkundig beraten. Auch unsere Fachleute helfen Ihnen gerne weiter, wenn Sie Fragen zum Stillen haben oder Zuspruch brauchen.

Ihre Heidi Seethaler vom Milupa Eltern & Baby Service

Wunde, rissige oder blutende Brustwarzen

Wunde, rissige oder blutende Brustwarzen sind normalerweise ein Zeichen dafür, dass Ihr Baby sich nicht richtig festsaugt oder dass eine Milchpumpe unsachgemäß verwendet wird. Ihre Hebamme oder Stillberaterin kann Ihnen bei der gewählten Stillmethode weiterhelfen.

Milchstau

Es gibt zwei Arten verstopfter Milchkanäle:

  • Eine kleine weiße Blase an der Brustwarze, die sich normalerweise mit dem sauberen Fingernagel nach dem Stillen, wenn die Haut weich ist, ablösen lässt.
  • Eine schmerzhafte, geschwollene harte Masse in der Brust, oft mit geröteter Haut über der betroffenen Stelle. Diese Art von Milchstau könnte ein frühes Anzeichen für Mastitis sein.


Wenn Sie eine Brustentzündung haben, sollten Sie unbedingt so schnell wie möglich mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme sprechen, damit dem Ausbrechen der Mastitis vorgebeugt werden kann.

Sofortmaßnahmen:

  • Stillen Sie so oft wie möglich, um die überschüssige Milch abzuführen
  • Achten Sie darauf, Ihr Baby richtig anzulegen
  • Gerötete Stellen auf der Brust, können sie mit Topfenwickel lindern
  • Sobald Fieber dazu kommt, müssen sie einen Arzt aufsuchen!

 

Soor

Bei Soor handelt es sich um eine Pilzinfektion! Sie kann im Mund- und/oder Windelbereich auftreten. Die Infektion kann beim Stillen auf Ihre Brüste übertragen werden. Ist Ihr Baby infiziert, bemerken Sie weiße Stellen im Mund des Babys, die sich nicht wegwischen lassen! Im Windelbereich finden sie einzelne, weißlich, erhabene Herde.  Auch Ihre Brüste können infiziert werden und sich wund anfühlen. Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihr Kind Soor hat, suchen Sie Ihren Arzt auf. Zur Behandlung kann eine Anti-Pilz-Salbe verschrieben werden. Mutter und Kind müssen in diesem Fall gleichzeitig behandelt werden, um eine gegenseitige Neuansteckung zu verhindern. Sie können unbesorgt weiter stillen, allerdings könnte es etwas schmerzhaft sein. 

Geschwollene Brüste

Zwei oder drei Tage nach der Geburt werden Ihre Brüste unter Umständen prall, druckempfindlich und spannen, und die Brustwarzen sind verflacht. Die Schwellung breitet sich manchmal bis unter die Arme aus, auch kommt es gelegentlich zu erhöhter Temperatur. Für all diese Symptome ist der so genannte „Milcheinschuss“ verantwortlich. Der Vorgang ist unter Umständen schmerzhaft, ist aber harmlos und normalerweise nur von kurzer Dauer.
Die Nebenwirkungen lassen sich lindern, wenn Sie vor dem Stillen etwas Milch abpumpen, entweder mit einer Milchpumpe oder durch Abstreichen. Nach den Stillmahlzeiten helfen kalte Kompressen, vor dem Stillen warme!

Auslaufende Brüste

Unter Umständen laufen Ihre Brüste aus, wenn Sie zu viel Milch haben oder der Milchspendereflex ausgelöst wird. Normalerweise fließt Muttermilch erst, wenn Ihr Baby saugt, allerdings kommt es vor, dass der Milchspendereflex schon ausgelöst wird, wenn Sie nur ein Baby schreien hören!
Je regelmäßiger Sie stillen, desto unwahrscheinlicher ist es, dass Ihre Brüste auslaufen. Die meisten Mütter tragen für den Fall der Fälle Stilleinlagen im BH. Wahrscheinlich werden Sie feststellen, das sich das Problem nach etwa 7 bis 10 Stillwochen fast ganz von alleine löst.

 

Probleme mit der Muttermilch

Zu wenig Milch

Je mehr Ihr Baby trinkt, desto mehr Milch produziert Ihr Körper, daher ist zu wenig Milch oft ein Zeichen dafür, dass Ihr Baby nicht richtig angelegt ist. Wenn Sie sich Sorgen machen, dass Ihr Baby nicht genug Milch bekommt, sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Stillberaterin.

Zu viel Milch

In den ersten paar Tagen wird häufig zu viel Milch produziert. Wenn Ihr Baby nicht richtig angelegt wird, muss es häufiger gestillt werden, wodurch Ihr Körper wiederum mehr Milch als nötig produziert.
Manchmal wehren sich Neugeborene, wenn ihnen die Milch zu stark in den Mund spritzt. In diesem Fall ist es sinnvoll, die Brustwarze anzumassieren und den anfänglichen Milchstrahl mit einem Handtuch aufzufangen. Wenn sich der Milchfluss etwas normalisiert hat, können Sie Ihr Baby wieder anlegen.

 

Probleme beim Stillen Ihres Kindes

Brustverweigerung

Wenn Ihr Baby die Brust verweigert, so will es damit normalerweise signalisieren, dass etwas nicht stimmt. Vielleicht sind es Schmerzen beim Zahnen oder es ist etwas erkältet und kann nicht richtig atmen.
Ist Ihr Baby im „Bruststreik“? Versuchen Sie, Ihr Kleines zu füttern, wenn es sehr schläfrig ist, und wählen Sie eine ruhige Umgebung ohne Ablenkungen. Auch andere Stillpositionen sind manchmal hilfreich – das Stillen im Gehen hat hier Erfolge gezeigt, da manche Kinder die wiegende Bewegung als beruhigend empfinden.
Ansonsten ist es eine gute Idee, den Kinderarzt aufzusuchen, um sicherzugehen, dass alles in Ordnung ist und Ihr Baby nicht an einer Ohrenentzündung oder Soor leidet.

Saugen an nur einer Brust

Manche Babys entwickeln eine Vorliebe für eine bestimmte Brust. Das ist zwar nicht schädlich für das Kind, aber nicht in Ihrem Sinn, denn Sie wollen natürlich, dass beide Brüste die gleiche Menge Muttermilch produzieren.
Wenn Ihr Baby wählerisch ist, probieren Sie, es an der nicht bevorzugten Brust anzulegen, aber in der gleichen Position wie auf der anderen Seite. Zum Beispiel: Wenn Sie Ihr Baby in der Armbeuge an die linke Brust halten, wechseln Sie zur rechten Brust, ohne das Kind umzudrehen, bzw. auf den anderen Arm zu nehmen. Es ist bequemer für Sie, wenn Sie sich dabei ein Kissen unter den stützenden Arm legen.

Babys, die beißen

Ein beißendes Baby ist nun wirklich kein Vergnügen! Wenn Ihr Kind zahnt, lassen Sie es vor dem Stillen auf einem kalten Beißring kauen – dadurch wird der Beißinstinkt befriedigt und das Zahnfleisch unempfindlicher. Wenn das Baby beim Stillen zubeißt, ziehen Sie es näher an Ihren Körper. Dadurch wird das Atmen durch die Nase erschwert, das Baby muss unwillkürlich den Mund aufmachen und loslassen!
Wenn Ihr Baby zubeißt, weil es ihm gefällt, dass die Mami vor Schmerz aufschreit, sagen Sie ganz bestimmt „nein!“, beenden Sie die Stillmahlzeit vorübergehend und legen Sie Ihr Baby kurz hin.