Homöopathische Mittel, Aromaöle, Kälte- und/oder Wärmeanwendungen, Zäpfchen, eine Schmerzmittelinjektion, die Epidural – oder Spinalanästhesie, für Ihre Entbindung stehen Ihnen jede Menge Möglichkeiten zur Schmerzlinderung zur Verfügung. Es gibt keine feste Regel, ob Sie Schmerzmittel und wenn ja, welche Sie bei Ihrer Geburt anwenden möchten, denn jede Frau erlebt den Geburtsvorgang auf andere Weise. Informieren Sie sich jetzt schon und besprechen Sie alles rund um mögliche Schmerzmittel auch mit Ihrer Hebamme.
Ihre Katrin Mayr vom Milupa Eltern & Baby ServiceErklärung der verschiedenen Möglichkeiten
Niemand kann vorhersagen, wie sich Ihre Wehen anfühlen werden. Manche Frauen finden sie relativ schmerzlos, während andere recht viel Hilfe brauchen, um die Schmerzen durchzustehen. Wenn Sie sich im Voraus über die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten informieren, wird Ihnen die Entscheidung, wenn Sie in den Wehen liegen, um vieles leichter fallen!
Zäpfchen: „Buscopan“ ist ein krampflösendes Mittel! Ein bekanntes Mittel zur Milderung von Regelbeschwerden! Vor allem zu Beginn der Geburt eignet es sich gut, um den Einstieg in die Wehenarbeit zu erleichtern. Die Verabreichung erfolgt in Form von Zäpfchen, ist aber auch als Kurzinfusion über die Vene möglich. Über die Vene wirkt Buscopan noch intensiver und wird auch unter der Geburt angewandt. Spasmolytika nehmen den Gipfel des Schmerzes, machen aber ein Mitarbeiten in der Wehe noch gut möglich!
Opiate: „Tramal“, „Alodan“ oder „Nubain“ sind die Mittel der Wahl! Durch eine Injektion (meist in den Po) wird Ihnen dieses Schmerzmittel verabreicht. Die meisten Frauen reagieren darauf mit Schwindel, Müdigkeit oder Kreislaufproblemen und müssen daher die Wirkzeit dieses Medikamtens im Bett verbringen. Das stört oft nicht, da man ja aus einer Erschöpfung heraus auf ein Schmerzmittel zurück greift. Zum richtigen Zeitpunkt sind diese Mittel eine sehr gute Möglichkeit noch einmal Kraft zu tanken. In der Übergangszeit, kurz vor der beginnenden Austreibung, dürfen diese Mittel nicht mehr gegeben werden! Sie machen auch das Kind müde und können so die Atmung Ihres Kindes nach der Geburt beeinträchtigen!
Pudenduanästhesie: In der Austreibung können die schmerzleitenden Nerven mittels Injektion in die seitlichen Scheidenwände betäubt werden. Wird sehr selten gemacht!
Lokalanästhesie: In der Austreibunsphase kann das Dammgewebe durch eine direkte Injektion unter die Haut betäubt werden. Das nimmt die Schmerzen im Bereich des Scheideneingans und die Schmerzen eines eventuellen Dammschnitts und dessen Versorgung!

Peridualanästhesie
Die PDA (auch Epiduralanästhesie genannt) bewirkt bei 90 % aller Frauen eine völlige Schmerzfreiheit der Wehen! Sie macht sie nicht schläfrig oder benommen! Eine PDA ist im Grunde ein lokales Betäubungsmittel, das in den unteren Rücken (deshalb auch „Kreuzstich“ genannt) injiziert oder über einen Tropf verabreicht wird, bei dem Sie die Wirkstofffreigabe selbst steuern können.
Wenn Sie eine Epiduralanästhesie haben wollen, sollten Sie sicherstellen, dass in Ihrem Krankenhaus ein Narkosefacharzt zur Verfügung steht. Denken Sie aber daran, dass diese Art der Schmerzlinderung bei Hausgeburten nicht möglich ist.
Zu welchem Zeitpunkt kann man eine PDA bekommen?
Eine PDA wird meist dann gegeben, wenn der Muttermund etwa fünf bis sechs Zentimeter weit geöffnet ist und starke Wehen vorliegen.
Was sind die Nebenwirkungen?
Eine PDA kann den Geburtsverlauf, vor allem in der Austreibungsphase, verlangsamen. Falls die PDA noch nicht an Wirkung verloren hat, wird Ihre Hebamme Ihnen in der zweiten Geburtsphase sagen müssen, wann Sie pressen sollen. Es lohnt sich, mit Ihrer Hebamme zu besprechen, ob man die PDA für die zweite Phase abklingen lassen sollte, damit Sie die Wehen besser spüren und in der Austreibungsphase gezielter pressen können.
Eine andere Nebenwirkung ist, dass eine PDA das Baby manchmal daran hindert, sich in die beste Geburtslage zu begeben.
Eine PDA engt Ihre Bewegungsfreiheit ein und kann Sie frösteln machen. Sie kann auch einen Blutdruckabfall verursachen. Um dem zu begegnen, bekommen sie vor dem Setzen der PDA Flüssigkeitsinfusionen! Möglicherweise wird man Ihnen einen Katheter setzen, d.h. einen dünnen, in die Blase eingeführten Schlauch, oder sie unter der Geburt öfter mal katheterisieren. Eine volle Blase ist ein Geburtshindernis! Deshalb muß sie regelmäßig entleert werden. Nach der Geburt fällt es Frauen oft schwer, aus dem Bett zu steigen, um zur Toilette zu gehen. Nachdem Sie das Gefühl in den Beinen zurückgewonnen haben, wird der Katheter dann herausgenommen. In seltenen Fällen kann die PDA starke Kopfschmerzen verursachen, aber die lassen sich leicht behandeln.

Mobile PDA
Dies ist eine relativ neue, tolle Methode zur Schmerzlinderung während der Geburt! Anders als bei einer normalen Peridualanästhesie, behalten Sie das Gefühl in den Beinen. Somit können sie weiterhin aktiv mitarbeiten, sind dabei aber ganz entspannt, da sie ja keine Schmerzen mehr haben.
Eine mobile PDA wird wie eine herkömmliche PDA verabreicht, kann aber sogar schon vor der ersten Geburtsphase gegeben werden. Sie ist im Wesentlichen eine Kombination von Betäubungs- und Schmerzmitteln. Im Gegensatz zur herkömmlichen PDA ist ein gewisses Jucken die einzige Nebenwirkung, die Sie vielleicht erleben werden.
Klingt ideal, nicht war? Das einzige Problem ist, dass nicht alle Krankenhäuser die mobile PDA anbieten. Erkundigen Sie sich also, bevor Sie sich für ein Haus entscheiden!
Spinalanästhesie (lokale Betäubung)
Bei einer Spinalanästhesie wird Ihnen mit einer sehr feinen Nadel ein lokales Betäubungsmittel einmalig ins Kreuz injiziert. Sie sind sofort schmerzfrei, für ca. 2 Stunden! Damit sie eine wirklich schmerzfreie Geburt erleben, wird eine Spinalanästhesie gewöhnlich mit einer Epiduralanästhesie kombiniert (und hat daher ähnliche Nebenwirkungen wie diese).